Use before 10/2009

Bereits im vergangenen Dezember hatte ich ein Shooting mit der hinreißenden Lauren-Crist aus Prag.

Für diese Gelegenheit habe ich wieder einmal meinen Tresor geöffnet (in Form eines großen Kühlschranks, in dem meine Polaroidschätze lagern) und einen der letzten Filme vom Typ Polaroid 100 Sepia entnommen. Am Rand der Verpackung war zu lesen “Use before / utilisez avant / utilizar antes de” und darüber “10/2009″ – was nichts anderes bedeutet, als dass der Film seine besten Zeiten hinter sich hatte und ich daher mit interessanten Ergebnissen rechnen musste. Nun, das Motiv versprach in jedem Fall, dass ich mit besonderen Ergebnissen rechnen durfte.

Eine bezaubernde junge Frau und dazu kostbares Filmmaterial verlangen natürlich eine entsprechend würdige Kamera. Die Polaroid 600 SE mit dem Objektiv Mamiya 127mm F4.7 wird solch einem Anspruch ganz sicher gerecht.

Zehnmal durfte ich den Auslöser der Kamera betätigen, zehnmal die Entwicklungszeit abwarten und zehnmal mit Spannung das Negativ vom Positiv trennen und anschließend das Ergebnis betrachten … und das mit sehr unterschiedlichen Emotionen.

Hier die erste Aufnahme … mit nur einem kleinen Entwicklungsfehler an der unteren linken Ecke:

Eine wunderbare Aufnahme mit einem verschmerzbaren Fehler. Das ließ hoffen. Und so folgte kurz darauf das zweite Foto:

Dieses Mal war der Entwicklungsfehler deutlich größer, sodass leider nicht viel von Lauren-Crist zu sehen ist.

Nachdem die Enttäuschung überwunden war, folgte auch direkt das nächste Bild:

Bild? Leider nicht!

Hier hat die Entwicklerpaste komplett ihren Dienst verweigert.

Nach der ersten Aufnahme war ich doch recht zuversichtlich, dass die 10 Blätter des Packfilms herzeigbare Ergebnisse liefern könnten. Der weitere Verlauf allerdings ließ meine Hoffnung doch arg in den Keller wandern.

Nichtsdestotrotz, Lauren-Crist war nun mal da und sie war bereit, sie sah wunderbar aus und es waren noch 7 Aufnahmen in der Kamera. Vielleicht sollte mir ja das Schicksal doch noch gnädig sein und mir das eine oder andere Bild bescheren.

Also folgte Versuch Nummer 4:

JA! Ein Bild! Und was für ein Bild! Zwar mit einem unschönen aber doch noch erträglichen Entwicklungsfehler.

Nächster Versuch:

Ein kleines Stillleben. Das war allerdings anders beabsichtigt. Es sollte ja eigentlich Lauren-Crist zu sehen sein. Nun gut. Es ist auch ein Foto – unvollständig, aber ein Foto.

Da mir die geplante Szene sehr gut gefiel und ich sie wirklich gerne auf Polaroid gebannt hätte, habe ich es natürlich sofort erneut versucht:

Dieses Mal hat nur die Entwicklerpaste in der rechten Tasche ihre Arbeit verrichtet.

In Kenntnis der letzten beiden Fotos, kann man zumindest schon mal erahnen, welches Motiv ursprünglich beabsichtigt war.

Also noch ein Versuch – ein paar Doppel-Blätter waren ja noch in der Kamera.

Bingo! Das ist das Bild, das ich machen wollte. Hier hat zwar auch der Entwickler auf der rechten Seite des Fotos nur unvollständig seine Pflicht erfüllt, aber das ist ein Fehler, mit dem man (und natürlich auch ich) sehr gut leben kann.

Und schon keimte wieder etwas Hoffnung auf, dass die noch verbleibenden Positive des Films auch letztlich Positives zutage bringen könnten.

Ja, das Schicksal meinte es in der Tat gut mit mir. Zwar hat auch dieses Foto wieder sichtbare Fehler, aber dennoch ist es eine sehr schöne Aufnahme.

Der Film näherte sich nun dem unausweichlichen Ende. Die vorletzte Aufnahme:

Dieses Bild ist sogar gänzlich ohne Entwicklungsfehler. Mittlerweile war ich mit der Ausbeute, die mir der betagte Film lieferte, doch wieder ganz zufrieden.

Und so machte ich mich an die letzte Fotografie.

Und auch das letzte Positiv bescherte mir noch ein wunderbares Ergebnis.

Es war ein phantastisches Shooting mit Lauren-Crist. Und am Ende ist es eine sehr schöne Sammlung großartiger Fotos geworden – und auch eine kleine, spannende Polaroid-Geschichte.

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