Polaroid forever!

Die aktuelle Misere um den Trennbildfilm Fujifilm FP-3000B (siehe mein Blogeintrag vom 21.09.2015 http://blog.ehrlicher.de/archive/1886) führte dazu, dass ich mir noch ein paar der letzten Exemplare dieses Filmtyps beschafft habe. Nun wollte ich einen dieser Filme mit (bereits überschrittenem) Mindesthaltbarkeitsdatum 05/2015 austesten. Natürlich wollte ich den Film nicht einfach nur “verknipsen” (dafür sind die Filme nun wirklich zu rar und zu teuer), also war ich am gestrigen Tag mit der wunderbaren “Amélie Rôdeur” bei allerbestem Wetter in der Nähe der Dreilägerbachtalsperre bei Roetgen für ein Outdoor-Shooting.

Das Ergebnis dieses “Versuches” (aus rein technischer Sicht): Der Film war in tadellosem Zustand. Alle Aufnahmen sind von technisch sehr hoher Qualität. Jede Aufnahme ist auf der kompletten Bildfläche gleichmäßig und fehlerfrei entwickelt. Die Entwicklungszeiten entsprachen exakt denen der Angaben auf der Verpackung (25 Sekunden bei einer Außentemperatur von ca. 18 -19 °C). Also – ein MHD ist eben doch kein “Verfallsdatum”. Das gilt nicht nur beim Joghurt, sondern eben auch bei Polaroidfilmen. Voraussetzung ist natürlich die richtige Lagerung der Filme – idealerweise im Kühlschrank. (Die Innenverpackung besteht zwar aus einer komplett licht- sowie wasser- und wasserdampfdichten, stabilen Aluminiumfolie. Trotzdem habe ich die Filme in einer stabilen Kunststoffbox im Kühlschrank stehen, damit auch die Umverpackung mit den technischen Angaben nicht leidet).

Noch ein Wort zum Filmmaterial: Warum? (Warum tut Fujifilm der bitter weinenden Gemeinde der Polaroidfotografen das an?)

Aufgenommen wurden die Fotos mit einer Polaroid 195 SE. Um mit der größten Blendenöffnung von 3.8 fotografieren zu können (für ein schönes Bokeh),  habe ich mit vorgeschalteten Graufiltern (ND-Filtern) gearbeitet – denn der FP-3000B hat die beachtliche Lichtempfindlichkeit von ISO 3200!

Und hier die Bilder:

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Und da die Gelegenheit einfach nur günstig war, habe ich natürlich noch eine Aufnahme mit einer anderen meiner Lieblingskameras geschossen – der Polaroid 600 SE mit aufgeschraubtem Objektiv Mamiya 127mm F4.7. Dafür habe ich allerdings einen anderen Filmtyp genutzt – einen original Polaroid Typ 100 Sepia (ISO 1500). Der Film hat übrigens ein angegebenes MHD von 10/2009 – bei richtiger Lagerung (siehe oben) also kein Problem. Diesen Film gibt es natürlich auch schon lange nicht mehr – auch ein Albtraum! Aber das ist eine andere (wenn auch sehr ähnliche) Geschichte.

Amélie Rôdeur im Oktober 2015

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Ein Albtraum

Im Moment erlebt die Welt der analogen Sofortbildfotografie einen Albtraum von ungeheurem Ausmaß.

Die Schwarz-Weiß-Fotografie mit Trennbildfilmen („Peel-Apart-Film”) vom Typ 100 für Polaroid-Kameras stirbt einen unausweichlichen und qualvollen Tod. Wunderbaren Kameras, wie z. B. der Polaroid 180 oder 195 SE oder der legendären 600 SE wird das Grundnahrungsmittel entzogen. Der letzte verfügbare Schwarz-Weiß-Film, der Fujifilm FP-3000B wird nicht mehr produziert. Im Moment können im Internet noch Restbestände zu horrenden Preisen und mit bereits abgelaufenem Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) erworben werden. Doch die Tage sind gezählt.

Ja, die Nachricht ist nicht neu – es ist wohl schon seit Ende 2013 bekannt, dass der letzte Produzent dieses wunderbaren Materials beschlossen hat, der Polaroid-Fangemeinde ein Brotmesser in die Brust zu rammen und solange am Griff zu rütteln, bis der Griff abbricht. Leider ist die Information in dieser Zeit an mir vorübergegangen. Bedauerlicherweise hatte ich in den vergangenen 2 Jahren nur äußerst selten die Zeit mit meinen geliebten Kameras zu arbeiten, und für die wenigen Gelegenheiten reichte mein kleiner Restbestand an Filmen noch aus. Nun wollte ich gerade wieder meine Polaroid-Fotografie intensivieren und mir daher neues Filmmaterial bestellen. Und dann das: Kaum noch Anbieter zu finden! Nur noch „abgelaufene“ Filme! Immens hohe Preise! Sehr schnell wurde mir klar, dass der vorhandene Mangel nur eines bedeuten kann: Es wird eng! Verdammt eng!

Eine schnelle Internetrecherche brachte auch direkt das Befürchtete zutage. Fujifilm produziert den geliebten Film nicht mehr. Nie mehr! Aus und vorbei!

Um ehrlich zu sein, da das, was in irgendwelchen Foren und Blogs zu lesen ist, ja nicht immer stimmen muss, habe ich natürlich meine Recherchen ausgeweitet. Auf der deutschen Herstellerseite ist der Film noch beschrieben und kein Hinweis auf einen Produktionsstopp zu lesen (Stand heute): http://www.fujifilm.eu/de/produkte/analoge-fotografie/film/ und http://www.fujifilm.eu/de/produkte/analoge-fotografie/p/fp-3000b-1/

Da keimte doch so kleines Pflänzchen Hoffnung in mir auf. Ich fand sogar eine Ansprechstelle (http://www.fujifilm.eu/de/ueber-uns/firmenprofil/fujifilm-company-sites/fujifilm-Imaging-systems/) und eine Telefonnummer. Nun da am Sonntag in großen Unternehmen in der Regel niemand zu erreichen ist, musste ich einen ganzen Tag warten, bis ich den nächsten Level der bitteren Erkenntnis erreichen sollte. Und so habe ich heute mit einem freundlichen Herren von Fujifilm Deutschland gesprochen. Dieser bestätigte das Befürchtete: Das endgültige Aus für den FP-3000B! Mit aufrichtiger Anteilnahme in der Stimme konnte er mir wenigstens zusichern, dass der Farbfilm FP-100C wohl noch weiter produziert werden soll und ein Produktionsstopp derzeit nicht beabsichtigt sei. Ein nur sehr kleiner Trost – und ein gewaltiges Damoklesschwert zugleich, denn der FP-100C ist somit der letzte Film für Polaroid-Kameras vom Typ 100 – quasi die letzte Lebenserhaltungsmaschine für diese Kameras. Und wenn der Stecker dieser Herz-Lungen-Maschine gezogen wird, dann kommt der Tod unausweichlich und sehr schnell!

Wie heißt es doch: Totgeglaubte leben länger! … und …. Nichts ist unmöglich! … Stimmt! Da gibt es doch diese wunderbare Firma in in Enschede den Niederlanden, die sich der “unmöglichen” Aufgabe verschrieben hat, die die Polaroid-Fangemeinde mit Filmen zu versorgen: „The Impossible Project“ (https://www.the-impossible-project.com/)

Da ich heute schon mal den Telefonhörer zur Hand hatte – warum also nicht gleich noch ein Telefonat führen und mal höflich anfragen, ob es vielleicht aufgrund der bestehenden Misere Absicht ist, einen Schwarz-Weiß-Trennbild-Film zu produzieren. Wieder hatte ich einen sehr höflichen und verständnisvollen Mann am Ohr. Doch leider war die Geschichte, die er mir berichtete nicht wirklich erheiternd. Es ist wohl so, dass Polaroid die letzte Produktionsstätte für solche Filme in Mexiko hatte und dass diese nach dem bitteren Ende des Unternehmens vollends verschrottet wurde. Somit stehen dem Impossible Project keine geeigneten Produktionsanlagen zur Verfügung. Auch die Anlagen von Fujifilm seien wohl für Impossible unerreichbar (nähere Gründe kannte der Mann nicht – scheinbar doch “impossible”). Somit besteht auch hier keine Chance, dass ein geeigneter Ersatzfilm jemals das Licht der Welt durch ein Polaroidkameraobjektiv erblicken wird.

Meine Kameras werden sich um die letzten Aufnahmen streiten müssen.

Im Koffer eine Polaroid 180, daneben eine 195 SE und davor eine 600 SE – und unter ihnen, eines der letzten Päckchen Futter!

Und hier sind ein paar Fotos (die ich bereits hier in meinem Blog gepostet hatte) mit dem Fujifilm FP-3000B:

Stillleben (aufgenommen mit der Polaroid 180 im April 2012; gepostet am 18.03.2013; http://blog.ehrlicher.de/archive/680)

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Anna-Christina in der Dusche (aufgenommen mit der Polaroid 195 SE im Februar 2014; gepostet am 08.02.2014, http://blog.ehrlicher.de/archive/1489)

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Julie #2 (aufgenommen mit der Polaroid 195 SE im Februar 2014; gepostet am 16.02.2014; http://blog.ehrlicher.de/archive/1510)

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Angie auf Polaroid

Ich kann gar nicht aufhören! ;-)

Und schon wieder habe ich ein paar Polas geschossen. Dieses mal war Angie bereit, sich für mich in Pose zu begeben. Hier sind auch wieder nur Fotos, die mit der Polaroid SX-70 Land Camera Alpha 1 mit Schwarz-Weiß-Film Impossible B&W SX-70 geschossen wurden. Ich liebe diese Kamera und der verwendete Filmtyp ist einfach großartig für solche Fotos.

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Tags: Akt

“Karin 63″ auf Polaroid

Und gleich noch ein paar Polas, dieses Mal von “Karin 63″, aber dieses Mal nur mit der Polaroid SX-70 Land Camera Alpha 1 mit Schwarz-Weiß-Film Impossible B&W SX-70.

“Karin 63″ auf einer Fensterbank im Fotostudio

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“Karin 63″ träumend im Bett im “Toscana-Zimmer”

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Tags: Akt, Himmelbett

Anna-Christina auf Polaroid

Weil es so schön war, habe ich auch ein paar Polas von Anna-Christina im Studio geschossen. Auch hier kamen wieder die alten Polaroidschätzchen zum Einsatz – die Polaroid 636 Closeup mit Farbfilm Impossible Color 600 und die Polaroid SX-70 Land Camera Alpha 1 mit Schwarz-Weiß-Film Impossible B&W SX-70.

Anna-Christina ebenfalls in der “Orientalischen Ecke”

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Auf dem Bett im “Toscana-Zimmer”

 

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Tags: Akt, Himmelbett, 1001 Nacht,

Serena auf Polaroid

Ein kleines Shooting mit Serena im neuen Fotostudio mit alten Polaroidkameras (eine Polaroid 636 Closeup mit Farbfilm Impossible Color 600 und eine Polaroid SX-70 Land Camera Alpha 1 mit Schwarz-Weiß-Film Impossible B&W SX-70).

Serena in der “Orientalischen Ecke”

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Serena am nostalgischen Waschtisch im “Toscana-Zimmer”

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Serena im “Toscana-Zimmer”

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Serena mit Spinne auf dem Bett im “Toscana-Zimmer”

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Serena im Badezimmer im neuen Fotostudio

 Oktober 2014

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Tags: Akt, Badezimmer, Sessel, Lavabo, Waschtisch, Kamin, Himmelbett, Spinne, 1001 Nacht,

Das Poladarium 2015 ist da!

Das Poladarium 2015 ist soeben angekommen! Und auf dem Kalenderblatt des 24. Dezember ist nicht der Weihnachtsmann, sondern das Model Serena zu sehen. Das Foto entstand während eines Shootings im Dezember 2013 (aufgenommen mit einer Polaroid 636 Closeup und einem Film Impossibe PX 680 Color Shade).

Das “Poladarium″ (www.poladarium.de) ist ein Abreißkalender mit 365 gedruckten Polaroidfotos, der mittlerweile in der vierten Auflage existiert.

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Tags: Model Weihnachtsbaum, Weihnachtsmütze, sexy Weihnachtsmanndress

Julie

Zwei Polaroids vom Shooting mit Julie am letzten Montag.

Demnächst mehr – hier und / oder auf meiner Web-Site www.ehrlicher.de

Es sei natürlich angemerkt, dass diese wunderbaren Polas natürlich auch ganz heiße Kanditaten für meine geplante Galerie im neuen Fotostudio sind.

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Julie im Februar 2014

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Tags: Akt, Bett

Angie badet

Am letzten Freitag hatte ich noch ein Shooting im Badezimmer des neuen Studios (www.mietfotostudio-dueren.de) – dieses Mal mit Angie.

Auch dieses Mal beginne ich mit der Bearbeitung der Polaroids – ich finde die Polaroidaufnahmen einfach wunderbar!

Natürlich wird es auch vom Shooting mit Angie bald viele neue Fotos hier und / oder auf meiner Web-Site (www.ehrlicher.de) zu sehen geben (ein paar Tage wird es aber noch dauern).

Und natürlich werden auch diese Aufnahmen in meiner Polaroidgalerie im Studio ausgestellt werden!

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Angie im Februar 2014

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Tags: Akt, Badewanne, Badezimmer

Anna-Christina in der Dusche

Vorgestern hatten Anna-Christina und ich ein wunderbares Shooting im neuen (noch immer nicht fertigen) Fotostudio (www.mietfotostudio-dueren.de). Das neue Studiobad ist aber schon fertig eingerichtet und sollte nun würdig fotografisch in Szene gesetzt werden.

Im Moment scanne ich gerade die Polaroids. Und hier ist schon mal eines der Polas – quasi als Vorgeschmack auf die Fotos, die noch kommen werden (hier im Blog und / oder auf meiner Web-Site www.ehrlicher.de).

Einige meiner Polaroids sollen auch im Fotostudio in einer Galerie dauerhaft ausgestellt werden – und diese Aufnahme wird ganz bestimmt dabei sein.

Anna-Christina im Februar 2014

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Tags: Akt in der Duschkabine

Fröhliche Weihnachten …

… wünschen Model Serena und ich.

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Ein paar Schüsse mit meinem neuem Spielzeug der Fujifilm Instax Mini 90 Neo Classic.
Aufgenommen während unseres Polaroid-Shootings für das Poladarium 2015.
(siehe Blogeintrag vom 19.12.2013)

Serena im Dezember 2013

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Tags: Teilakt mit Weihnachtsmannmütze vor Weihnachtsbaum, Christbaum

Poladarium 2015

Auch für 2015 wird wieder ein Poladarium erstellt.

Das “Poladarium″ (www.poladarium.de) ist ein Abreißkalender mit 365 gedruckten Polaroidfotos, der mittlerweile in die vierte Auflage geht.  Für das Jahr 2012 erstmalig erschienen, landete dieser auch direkt auf meinem Schreibtisch. Für den Kalender 2013 konnte ich zwei Kalenderblätter beisteuern (für den 19.01. und für den 07.07.2013, letzteres ist hier im Blog im Post vom 10.01.2013 zu sehen). Für das Poladarium 2014 konnte ich auch eine Aufnahme betragen und diese wird auf dem Kalenderblatt vom 19.01.2014 zu sehen sein – oder direkt hier in meinem Blog im Post vom 21.01.2013.

Und gerade eben habe ich meine Bewerbungen für das Poladarium 2015 eingereicht – gerade noch rechtzeitig, denn um Mitternacht endet die Bewerbungsfrist (Update 21.12.2013: Mittlerweile ist die Bewerbungsfrist bis 06.01.2014 verlängert worden). Das neue Verfahren ermöglichte mir, dass ich fünf Aufnahmen einsenden konnte – wie viele und ob überhaupt eine Aufnahme im 2015er Kalender zu sehen sein wird, das wird sich noch entscheiden. Wenn im Frühjahr das Ergebnis bekanntgegeben wird, werde ich sicher hier davon berichten.

Und hier sind meine Bewerbungen für das Poladarium 2015.

Die Farbaufnahmen wurden alle mit einer Polaroid 636 CloseUp und dem Film Impossible PX 680 Color Shade gemacht, die Schwarz-Weiß-Aufnahme mit einer Polaroid Impulse AF und einem Film Impossible PX 600 Silver Shade.

Update 30.04.2014: Die Entscheidungen sind gefallen (bislang zumindest für meine eingereichten Fotos): 4 Fotos wurden abgelehnt und ein Foto wird im Poladarium 2015 erscheinen.
Am Kalenderblatt des 24. Dezember wird im Poladarium 2015 das 4. Foto zu sehen sein (Serena vor dem Weihnachtsbaum mit rotem BH und Weihnachtsmannmütze).

 Shooting mit Serena
Dezember 2013

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Tags: Model Serana, nackt, Teilakt, Akt, auf Couch, vor Weihnachtsbaum

Nobuyoshi Araki “KaoRi” by 20 x 24 Instant Film

Da war doch vor ein paar Tagen für eine äußerst kurze Zeit auf der Web-Site von “Impossible” (www.the-impossible-project.com) – das ist die Firma, die die Polaraoid-Ära durch die Produktion und den Verkauf von Sofortbildfilmen für alte Polaroidkameras am Leben erhält – ein ganz besonderes Schmuckstück zu erwerben:

Zwölf hochwertige Drucke von Nobuyoshi Araki. Das klingt erst mal nicht sonderlich spektakulär. Doch die Details lassen aufhorchen und die Herzfrequenz eines jeden Polaroid- und auch Araki-Fans in unermessliche Höhen schnellen.

(Mit freundlicher Genehmigung) Alle Fotos: Impossible (www.the-impossible-project.com)

Im Einzelnen:

Die Fotos:
Die 12 Originalfotos wurden von N. Araki mit einer 20 x 24 Polaroid Kamera geschossen. Die Drucke entsprechen dem Originalformat mit einem hellen Rand um das Foto, sodass das Endformat ca. 67 x 100 cm beträgt. Alle Drucke sowie ein von Araki handsigniertes Deckblatt befinden sich alle zusammen in einem schlichten Holzrahmen. Es handelt sich um eine streng limitierte Auflage von gerade mal 75 Exemplaren (weltweit!). Der Preis ist mit rund 1000,- Euro, gemessen an dem Produkt und an der sehr geringen Auflage, nicht exorbitant hoch. Man darf aber davon ausgehen, dass der Preis beim Wiederverkauf erheblich in die Höhe schnellen dürfte – so wie es mit limitierten Fotobüchern und -drucken immer geschieht, und Araki, dessen Fotos teilweise für mehrere zigtausend Euro über den Tisch gehen, dürfte dafür ein weiterer Garant sein. Ein Glücklicher, wer eines der Exemplare sein Eigen nennen darf.

Das Motiv:
Kaori, eine junge, japanische Frau gehört zweifelsohne zu Arakis Lieblingsmotiven. In unzähligen seiner Werke ist sie wiederzufinden. Die Fotos zeigen eine Serie zarter Erotikaufnahmen in schwarz-weiß, in der Kaori sich ihrer Kleidung entledigt und anschließend ihren hübschen Körper nicht gerade schamhaft, aber doch unaufdringlich präsentiert. Die Fotos wirken allesamt eher wie Gelegenheitsaufnahmen – was aber ganz sicher aufgrund der verwendeten Kamera ausgeschlossen werden kann – und haben den Charme der beiläufigen Erotik. Ganz sicher würden diese Fotos jede Galerie und auch so manches Wohn- oder Schlafzimmer schmücken. Ein Glücklicher, wer eines der Exemplare sein Eigen nennen darf.

Der Künstler:
Nobuyoshi Araki ist ein sehr prominenter Fotokünstler aus Japan. Mit über 350 Buchveröffentlichungen gehört er sicherlich auch zu den kommerziell erfolgreicheren. Aktfotografie ist seine Domäne. Nicht selten spielt die sexuelle Spielart “Bondage” (in Japan sicherlich beliebter als im westlichen Abendland) eine wichtige Rolle. Das muss man mögen, oder eben auch nicht. Die beschriebenen Bilder zeigen davon allerdings (zum Glück so gut wie) nichts. Dennoch tragen die Fotos unverkennbar die Handschrift Arakis und sprechen seine Sprache “des alltäglichen Akts”. Insofern “ein Araki der zweiten Assoziation”. Ein Glücklicher, wer eines der Exemplare sein Eigen nennen darf.

Die Kamera:
Verwendet wurde eine der legendären 20 x 24 Polaroid Kameras. Gerade mal sechs (einige Quellen sprechen auch von fünf oder sieben) Exemplare soll es auf der Welt noch geben. Das 20 x 24 steht für das Sofortbildfilmformat von unglaublichen 20 x 24 Zoll – für diejenigen, denen das Zollmaß nicht so geläufig ist, ein Zoll entspricht 2,54 cm, das bedeutet, dass das Filmformat ca. 50 x 60 cm ist. Ein gewaltiges Polaroid. Und eine gewaltige Kamera – mit ca. 107 kg Gewicht steht die Holzkamera auf einem massiven Rollstativ. Heute werden die Kameras überwiegend von prominenten Künstlern gemietet (nebst zweier Techniker), die wohl einmal in ihrem Leben “eine richtige Kamera in der Hand haben wollen”. Als im letzten Jahr die Polaroid Collection im NRW-Forum in Düsseldorf zu bestaunen war, gab es auch einige 20 x 24 – Polaroids zu sehen. Allein schon des Filmmaterials wegen lohnt sich der Anblick auf ein 20 x 24 – Polaroid – trotz des riesigen Formats ist nicht die geringste Körnung zu erkennen. Und die Fotos von Araki sind zwar nicht die Original 20 x 24 – Polaroids, aber eben hochwertige Prints in Originalgröße. Ein Fest für Polaroidfans, die sich den Spaß mit einer Originalkamera nicht leisten können. Ein Glücklicher, wer eines der Exemplare sein Eigen nennen darf – ach, das sagte ich ja schon.

Weitere Informationen (Web-Links):

Zu den oben beschrieben Fotos und zum Thema Sofortbildfotografie
The Impossible Projekt

Zum Thema Polaroid im Allgemeinen
Artikel auf Wikipedia “Polaroid”

Zum Fotografen Nobuyoshi Araki
Artikel auf Wikipedia “Nobuyoshi Araki”

Zur 20 x 24 Polaroid Kamera
20×24 Studio
YouTube-Video “Super-Sized Snapshot”

Zur Polaroid Collection
Ausstellung im NRW-Forum Düsseldorf “Die Polaroid Collection”
Und wer keine Gelegenheit hat, sich die Polaroid Collection in einer Ausstellung anzusehen, dem sei dieses Buch empfohlen:
From Polaroid to Impossible, Verlag Hatje Cantz
(Ganz sicher wird dieses Buch in nicht allzu weiter Ferne auch eine Rezension von mir erfahren.)

Poladarium 2014

Das “Poladarium 2014″ (www.poladarium.de) ist ein Abreißkalender mit 365 gedruckten Polaroidfotos, der mittlerweile in die dritte Auflage geht.  Für das Jahr 2012 erstmalig erschienen, landete dieser auch direkt auf meinem Schreibtisch. Für den Kalender 2013 konnte ich zwei Kalenderblätter beisteuern (für den 19.01. und für den 07.07.2013, letzteres ist hier im Blog im Post vom 10.01.2013 zu sehen).

Und das sind meine Bewerbungen für das Poladarium 2014. Die Entscheidung, ob die Fotos in den nächsten Kalender kommen, erfolgt in ein paar Wochen.
Update 08.04.2013: Die Würfel sind gefallen. Das erste der folgenden Fotos wurde abgelehnt und das zweite wird im Poladarium 2014 auf Kalenderblatt 19.01.2014 erscheinen!!

Eine lebende Skulptur am Marienplatz, München
Januar 2013

U-Bahnstation Marienplatz, München
Januar 2013

Ein paar Gedanken zur Polaroid-Fotografie

Meiner Meinung nach ist die Polaroid-Fotografie die authentischste Fotografie überhaupt – kein “Tricksen” im Labor (wie zu Zeiten der analogen Fotografie) oder kein “Photoshoppen” am PC (wie eben heutzutage). Das Foto entsteht erst im Kopf und dann in der Kamera … und dann ist es auch schon fertig. Ein unveränderliches Original!

(Angie 01.07.2012; Polaroid 600 SE mit Mamiya 127mm, F4.7; Film Polaroid 100 Sepia)

Ferner verleiht, je nach verwendetem Filmtyp, die an heutigen Maßstäben gemessene mangelhafte technische Brillanz dem Foto einen besonderen Charme. Diese Quasi-Abkehr von technischen Parametern fördert geradezu die Betrachtung der Bildaussage eines Fotos. Motiv und Bildkomposition erlangen so wieder einen höheren (und meines Erachtens den wahren) Stellenwert. Dazu kommt, dass es, insbesondere mit einer komplett manuellen Kamera (wie z.B. die 180, die 195 oder 600 SE), ein regelrechtes Fest ist, damit zu arbeiten. ISO-Wert am Belichtungsmesser einstellen, Belichtung (mehrfach und an verschiedenen Stellen des Motivs) messen, Blende einstellen (nach Licht und gewünschter Tiefenschärfe), Zeit einstellen, Perspektive wählen, Bildausschnitt wählen, Scharfstellen, auslösen …. (nervös auf die Uhr schauend) Entwicklungszeit abwarten, (beim Trennbildfilm) Entwicklungspapier von der Aufnahme gefühlvoll ablösen …. und dann die Emotionen erleben: Totale Enttäuschung über ein misslungenes Bild oder pure Freude über ein geglücktes. Wie gesagt, ein Fest (das zelebriert werden will)!

Übrigens, das Interessante an der Polaroid-Fotografie im Zeitalter der digitalen Fotografie ist, dass man früher, zu analogen Zeiten, Polaroids geschossen hat, bevor man mit der analogen Kamera (z.B. Mittelformat) die Aufnahme machte. Man wollte, bevor der Film der “Hauptkamera” letztlich belichtet und entwickelt wurde, eine Aufnahme haben, um das Arrangement und das Licht vorher zu prüfen. Heute ist das umgekehrt. Polaroid-Filme kosten eine Stange Geld, und bevor man eine Aufnahme vermurkst und so bares Geld vergeudet, nimmt man besser die Digitalkamera in die Hand und schießt zur Sicherheit vorher die eine oder andere Probeaufnahme, und überprüft anhand derer die Kameraparameter.

Auch die Fotografie mit den Integralfilm-Kameras hat ihren ganz besonderen Charme.

(Schaufensterpuppen in Düren, 04.02.2012; Polaroid 636 Closeup; Film Impossible PX680; Dieses Foto ist auch im “Poladarium 2013″, Kalenderblatt 7. Juli 2013, enthalten; www.poladarium.de)

Für die meisten Polaroid-Enthusiasten ist die faltbare SX-70 die einzig wahre Polaroid-Kamera. Der Generation 40+ dürften noch die Nachfolgeentwicklungen – die “Polaroid-Plastik-Bomber” – in bester Erinnerung sein, die einem das unfertige Foto mit einem unverwechselbaren Klack- und Motorengeräusch aus der Kamera zauberten. Der daran anschließende mehrminütige und beobachtbare Prozess der Entwicklung des Fotos sorgte immer wieder für ein großäugiges Staunen.

Es waren gerade die Polaroid-Schnappschüsse, die an Pinnwänden und Kühlschränken hingen und so zu bildgewordenen Erinnerungen wurden. Technische Perfektion spielte seinerzeit keine Rolle, sondern nur die sofortige Verfügbarkeit des Fotos und der damit eingefrorene Moment, an den es sich zu erinnern galt. Der breitere untere Rand des Fotos ermöglichte auch noch, sofort eine zusätzliche Information zum Foto zu vermerken … oder mit frisch aufgezogenem Lippenstift, die Liebe zu bekunden.

Original-Polaroidfilme werden zwar nicht mehr hergestellt, aber es ist großartig, dass es mit “Impossible” (Integralfilme Typen Image/Spectra und 600) und “FujiFilm” (Trennbildfilme Typ 100) zwei Hersteller gibt, die auch weiterhin die Polaroid-Fotografie am Leben halten. Und von FujiFilm gibt es sogar neue und moderne Sofortbildkameras mit neuen Filmtypen.

Kleine Anekdote am Rande zu meinen ersten Erfahrungen mit meinen Polaroid-Schmuckstücken. Als ich die Polaroid 600 SE nach erfolgreicher ebay-Ersteigerung endlich in den Händen hielt, brannte ich natürlich darauf, die ersten Fotos damit zu schießen. Einen Film hatte ich schon besorgt. Also, ab in den Garten und schnell das erstbeste Motiv anvisiert – ein paar Tulpen.

(Tulpen 03.04.2012; Polaroid 600 SE mit Mamiya 127mm, F4.7; Film FujiFilm FP100C)

Und wie oben beschrieben: Belichtung, Zeit, Blende, Schärfe, Bildausschnitt, Auslösen, Warten … und dann: Kein Bild! Klar, eine Polaroid mit Sucher (Rangefinder / Viewfinder) ist keine Spiegelreflexkamera, bei der im Sucher das Motiv durch das Objektiv zu sehen ist, und auch keine kompakte Digitalkamera, die das Bild durch das Objektiv auf dem Display anzeigt. O.K., Objektivdeckel runter und auf zum zweiten Versuch. Und wieder Belichtung, Zeit, Blende, Schärfe, Bildausschnitt, Auslösen, Warten … und erneut: Kein Bild!!! Tja, woran lag es dieses Mal? Die Filmkassette liegt in einem von der Kamera abnehmbaren Gehäuse. Das hat den Zweck, dass man zwischendurch den Filmtyp wechseln kann, bevor die Filmkassette mit zehn Aufnahmen komplett aufgebraucht ist. Damit aber bei einem solchen Wechsel die unverhüllt zuoberst liegende Aufnahme nicht unbrauchbar wird, gibt es ein passendes Blech mit einem Griff daran, damit man das Gehäuse komplett verdunkeln kann und so die innenliegenden Aufnahmen geschützt werden. Es empfiehlt sich wirklich, dieses Blech vorher zu entfernen.