Poladarium 2014

Das “Poladarium 2014″ (www.poladarium.de) ist ein Abreißkalender mit 365 gedruckten Polaroidfotos, der mittlerweile in die dritte Auflage geht.  Für das Jahr 2012 erstmalig erschienen, landete dieser auch direkt auf meinem Schreibtisch. Für den Kalender 2013 konnte ich zwei Kalenderblätter beisteuern (für den 19.01. und für den 07.07.2013, letzteres ist hier im Blog im Post vom 10.01.2013 zu sehen).

Und das sind meine Bewerbungen für das Poladarium 2014. Die Entscheidung, ob die Fotos in den nächsten Kalender kommen, erfolgt in ein paar Wochen.
Update 08.04.2013: Die Würfel sind gefallen. Das erste der folgenden Fotos wurde abgelehnt und das zweite wird im Poladarium 2014 auf Kalenderblatt 19.01.2014 erscheinen!!

Eine lebende Skulptur am Marienplatz, München
Januar 2013

U-Bahnstation Marienplatz, München
Januar 2013

Adoptionsladen ???

 Kinder – Secondhand … Adoptionsladen ???

Unlängst wurde ja in Russland ein Gesetz erlassen, welches zukünftig US-Bürgen die Möglichkeit verwehrt, ein russisches Kind zu adoptieren. Vielleicht wurde daher mit dieser Neueröffnung in München sehr schnell reagiert, um das nun entstehende Unterangebot zu kompensieren. Auf jeden Fall wurde eine eingängige Ladenbeschriftung gewählt, die sich jedem in München verweilenden amerikanischen Touristen sehr leicht erschließen dürfte (Das Wort “Kinder” kennen die Amis ja von “Kindergarden”.).

Gesehen & gedacht in München – Hadern
Januar 2013

Ein paar Gedanken zur Polaroid-Fotografie

Meiner Meinung nach ist die Polaroid-Fotografie die authentischste Fotografie überhaupt – kein “Tricksen” im Labor (wie zu Zeiten der analogen Fotografie) oder kein “Photoshoppen” am PC (wie eben heutzutage). Das Foto entsteht erst im Kopf und dann in der Kamera … und dann ist es auch schon fertig. Ein unveränderliches Original!

(Angie 01.07.2012; Polaroid 600 SE mit Mamiya 127mm, F4.7; Film Polaroid 100 Sepia)

Ferner verleiht, je nach verwendetem Filmtyp, die an heutigen Maßstäben gemessene mangelhafte technische Brillanz dem Foto einen besonderen Charme. Diese Quasi-Abkehr von technischen Parametern fördert geradezu die Betrachtung der Bildaussage eines Fotos. Motiv und Bildkomposition erlangen so wieder einen höheren (und meines Erachtens den wahren) Stellenwert. Dazu kommt, dass es, insbesondere mit einer komplett manuellen Kamera (wie z.B. die 180, die 195 oder 600 SE), ein regelrechtes Fest ist, damit zu arbeiten. ISO-Wert am Belichtungsmesser einstellen, Belichtung (mehrfach und an verschiedenen Stellen des Motivs) messen, Blende einstellen (nach Licht und gewünschter Tiefenschärfe), Zeit einstellen, Perspektive wählen, Bildausschnitt wählen, Scharfstellen, auslösen …. (nervös auf die Uhr schauend) Entwicklungszeit abwarten, (beim Trennbildfilm) Entwicklungspapier von der Aufnahme gefühlvoll ablösen …. und dann die Emotionen erleben: Totale Enttäuschung über ein misslungenes Bild oder pure Freude über ein geglücktes. Wie gesagt, ein Fest (das zelebriert werden will)!

Übrigens, das Interessante an der Polaroid-Fotografie im Zeitalter der digitalen Fotografie ist, dass man früher, zu analogen Zeiten, Polaroids geschossen hat, bevor man mit der analogen Kamera (z.B. Mittelformat) die Aufnahme machte. Man wollte, bevor der Film der “Hauptkamera” letztlich belichtet und entwickelt wurde, eine Aufnahme haben, um das Arrangement und das Licht vorher zu prüfen. Heute ist das umgekehrt. Polaroid-Filme kosten eine Stange Geld, und bevor man eine Aufnahme vermurkst und so bares Geld vergeudet, nimmt man besser die Digitalkamera in die Hand und schießt zur Sicherheit vorher die eine oder andere Probeaufnahme, und überprüft anhand derer die Kameraparameter.

Auch die Fotografie mit den Integralfilm-Kameras hat ihren ganz besonderen Charme.

(Schaufensterpuppen in Düren, 04.02.2012; Polaroid 636 Closeup; Film Impossible PX680; Dieses Foto ist auch im “Poladarium 2013″, Kalenderblatt 7. Juli 2013, enthalten; www.poladarium.de)

Für die meisten Polaroid-Enthusiasten ist die faltbare SX-70 die einzig wahre Polaroid-Kamera. Der Generation 40+ dürften noch die Nachfolgeentwicklungen – die “Polaroid-Plastik-Bomber” – in bester Erinnerung sein, die einem das unfertige Foto mit einem unverwechselbaren Klack- und Motorengeräusch aus der Kamera zauberten. Der daran anschließende mehrminütige und beobachtbare Prozess der Entwicklung des Fotos sorgte immer wieder für ein großäugiges Staunen.

Es waren gerade die Polaroid-Schnappschüsse, die an Pinnwänden und Kühlschränken hingen und so zu bildgewordenen Erinnerungen wurden. Technische Perfektion spielte seinerzeit keine Rolle, sondern nur die sofortige Verfügbarkeit des Fotos und der damit eingefrorene Moment, an den es sich zu erinnern galt. Der breitere untere Rand des Fotos ermöglichte auch noch, sofort eine zusätzliche Information zum Foto zu vermerken … oder mit frisch aufgezogenem Lippenstift, die Liebe zu bekunden.

Original-Polaroidfilme werden zwar nicht mehr hergestellt, aber es ist großartig, dass es mit “Impossible” (Integralfilme Typen Image/Spectra und 600) und “FujiFilm” (Trennbildfilme Typ 100) zwei Hersteller gibt, die auch weiterhin die Polaroid-Fotografie am Leben halten. Und von FujiFilm gibt es sogar neue und moderne Sofortbildkameras mit neuen Filmtypen.

Kleine Anekdote am Rande zu meinen ersten Erfahrungen mit meinen Polaroid-Schmuckstücken. Als ich die Polaroid 600 SE nach erfolgreicher ebay-Ersteigerung endlich in den Händen hielt, brannte ich natürlich darauf, die ersten Fotos damit zu schießen. Einen Film hatte ich schon besorgt. Also, ab in den Garten und schnell das erstbeste Motiv anvisiert – ein paar Tulpen.

(Tulpen 03.04.2012; Polaroid 600 SE mit Mamiya 127mm, F4.7; Film FujiFilm FP100C)

Und wie oben beschrieben: Belichtung, Zeit, Blende, Schärfe, Bildausschnitt, Auslösen, Warten … und dann: Kein Bild! Klar, eine Polaroid mit Sucher (Rangefinder / Viewfinder) ist keine Spiegelreflexkamera, bei der im Sucher das Motiv durch das Objektiv zu sehen ist, und auch keine kompakte Digitalkamera, die das Bild durch das Objektiv auf dem Display anzeigt. O.K., Objektivdeckel runter und auf zum zweiten Versuch. Und wieder Belichtung, Zeit, Blende, Schärfe, Bildausschnitt, Auslösen, Warten … und erneut: Kein Bild!!! Tja, woran lag es dieses Mal? Die Filmkassette liegt in einem von der Kamera abnehmbaren Gehäuse. Das hat den Zweck, dass man zwischendurch den Filmtyp wechseln kann, bevor die Filmkassette mit zehn Aufnahmen komplett aufgebraucht ist. Damit aber bei einem solchen Wechsel die unverhüllt zuoberst liegende Aufnahme nicht unbrauchbar wird, gibt es ein passendes Blech mit einem Griff daran, damit man das Gehäuse komplett verdunkeln kann und so die innenliegenden Aufnahmen geschützt werden. Es empfiehlt sich wirklich, dieses Blech vorher zu entfernen.