Solange es sie noch gibt ….

… sollte man jedes Bild feiern.

Da der Fujifilm FP-3000B sich unabwendbar dem bitteren Ende neigt (siehe hierzu auch meinen Blogeintrag http://blog.ehrlicher.de/archive/1886), sollte jedes Polaroid-Foto mit diesem Schwarz-Weiß-Film unbedingt mit Bedacht – um nicht sagen, mit inniger Andacht geschossen werden. Wesentliche Voraussetzungen hierfür sind eine würdige Kamera und natürlich ein besonderes Motiv. Mit einer Polaroid 195 SE hat man ganz sicher schon mal das richtige Instrument zur Hand. Und mit “Serena” vor der Linse steht der Produktion von kleinen Fotokunstwerken nicht mehr entgegen.

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Serena im Oktober 2015

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Spieglein, Spieglein an der Wand …

Bereits im Juli hatte ich mit dem Model “Salomé Karakal” ein kurzes Shooting im Fotostudio. Zweck waren ein paar Experimente mit verschiedenen Kameraobjektiven bei Tageslichtaufnahmen. Den Rahmen für die Motiv-Arrangements bildeten die Wandspiegel im “Toscana-Zimmer“. Nun will ich die Ergebnisse natürlich nicht verheimlichen – wäre doch wirklich zu schade.

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Salomé Karakal im Juli 2015

(Aufgenommen im “Toscana-Zimmer” im Mietfotostudio Düren)

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Es war einmal …

…. vor nicht allzu langer Zeit, da nahmen die Fotografen immer dann eine Polaroid-Kamera in die Hand, um bei einem Foto-Shooting das zu fotografierende Motiv anhand eines sofort verfügbaren Fotos zu bewerten. Anhand der Polaroid-Aufnahme konnte man so sehr schnell das Arrangement und die Lichtverhältnisse (auch die Lichtsetzung im Studio) sowie die Kameraeinstellungen überprüfen. Die beabsichtigten Aufnahmen mit der analogen Kamera (im Kleinbild-, Mittel- oder Großformat) standen ja erst nach Entwicklung des Filmmaterials und Ausbelichtung auf Fotopapier (zumindest als Kontaktabzug) zur Verfügung.

Und heute – heute gibt es Digitalkameras, die dem Fotografen sofort das Ergebnis auf dem Display der Kamera anzeigen oder auch mit nur kurzer Verzögerung am Monitor eines Computers. All die modernen “Gadgets” wie Digitalkameras, WLAN, Laptops, Tablet-PCs etc. unterstützen die unmittelbare und detaillierte Bewertung der Fotos auch on Location. – Also kein Bedarf mehr an Polaroid-Kameras – eine Digitalkamera ist eben auch eine “Sofortbildkamera”.

Mitunter ist es wieder so, dass bei einem Shooting zwei grundverschiedene Kamerawelten zum Einsatz kommen. Ein Polaroid-Shooting ist mittlerweile ein recht teures Vergnügen, jede Aufnahme kostet je nach Filmtyp mehrere Euro. Eine missglückte Aufnahme kann man zwar grundsätzlich auch “löschen” (sprich vernichten) und auch bei Bedarf neu machen – doch eben nur für teures Geld. Also behilft man sich wieder eines zweiten Kamerasystems – erst eine Aufnahme mit der Digitalkamera, dann Arrangement, Licht und Kameraeinstellungen überprüfen und bewerten, und schließlich wird die “kostbare” Polaroid-Aufnahme gemacht.

Bei meinem letzten Polaroid-Shooting (http://blog.ehrlicher.de/archive/1915) wurden daher auch einige Aufnahen mit der DSLR (digitalen Spiegelreflexkamera) gemacht. Und natürlich ist auch diese Fotografie nicht nur “Knipsen”, sodass durchaus ein paar herzeigbare Fotos herausgekommen sind – was aber natürlich vor allem dem wunderbaren Model “Amélie Rôdeur” zu verdanken ist.

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Amélie Rôdeur im Oktober 2015

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Polaroid forever!

Die aktuelle Misere um den Trennbildfilm Fujifilm FP-3000B (siehe mein Blogeintrag vom 21.09.2015 http://blog.ehrlicher.de/archive/1886) führte dazu, dass ich mir noch ein paar der letzten Exemplare dieses Filmtyps beschafft habe. Nun wollte ich einen dieser Filme mit (bereits überschrittenem) Mindesthaltbarkeitsdatum 05/2015 austesten. Natürlich wollte ich den Film nicht einfach nur “verknipsen” (dafür sind die Filme nun wirklich zu rar und zu teuer), also war ich am gestrigen Tag mit der wunderbaren “Amélie Rôdeur” bei allerbestem Wetter in der Nähe der Dreilägerbachtalsperre bei Roetgen für ein Outdoor-Shooting.

Das Ergebnis dieses “Versuches” (aus rein technischer Sicht): Der Film war in tadellosem Zustand. Alle Aufnahmen sind von technisch sehr hoher Qualität. Jede Aufnahme ist auf der kompletten Bildfläche gleichmäßig und fehlerfrei entwickelt. Die Entwicklungszeiten entsprachen exakt denen der Angaben auf der Verpackung (25 Sekunden bei einer Außentemperatur von ca. 18 -19 °C). Also – ein MHD ist eben doch kein “Verfallsdatum”. Das gilt nicht nur beim Joghurt, sondern eben auch bei Polaroidfilmen. Voraussetzung ist natürlich die richtige Lagerung der Filme – idealerweise im Kühlschrank. (Die Innenverpackung besteht zwar aus einer komplett licht- sowie wasser- und wasserdampfdichten, stabilen Aluminiumfolie. Trotzdem habe ich die Filme in einer stabilen Kunststoffbox im Kühlschrank stehen, damit auch die Umverpackung mit den technischen Angaben nicht leidet).

Noch ein Wort zum Filmmaterial: Warum? (Warum tut Fujifilm der bitter weinenden Gemeinde der Polaroidfotografen das an?)

Aufgenommen wurden die Fotos mit einer Polaroid 195 SE. Um mit der größten Blendenöffnung von 3.8 fotografieren zu können (für ein schönes Bokeh),  habe ich mit vorgeschalteten Graufiltern (ND-Filtern) gearbeitet – denn der FP-3000B hat die beachtliche Lichtempfindlichkeit von ISO 3200!

Und hier die Bilder:

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Und da die Gelegenheit einfach nur günstig war, habe ich natürlich noch eine Aufnahme mit einer anderen meiner Lieblingskameras geschossen – der Polaroid 600 SE mit aufgeschraubtem Objektiv Mamiya 127mm F4.7. Dafür habe ich allerdings einen anderen Filmtyp genutzt – einen original Polaroid Typ 100 Sepia (ISO 1500). Der Film hat übrigens ein angegebenes MHD von 10/2009 – bei richtiger Lagerung (siehe oben) also kein Problem. Diesen Film gibt es natürlich auch schon lange nicht mehr – auch ein Albtraum! Aber das ist eine andere (wenn auch sehr ähnliche) Geschichte.

Amélie Rôdeur im Oktober 2015

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