Backgammon

Ich hatte große Lust auf eine Partie Backgammon. Leider war niemand da, der mit mir spielen wollte. Also blieb mir nichts anderes übrig, als mit mir selbst zu spielen – wie auf dem folgenden Bild zu erkennen ist.

Natürlich weiß jeder, der mich kennt oder den einen oder anderen Artikel auf diesem Blog gelesen hat, dass es hier nicht Backgammon geht, sondern um das Thema Fotografie im Allgemeinen und Polaroid im Besonderen.

Vor ein paar Tagen habe ich in meinem Schrank in einer Kiste gewühlt, die randvoll ist mit Fotozubehör aus den Zeiten meiner analogen Kleinbild-Spiegelreflex-Fotografie. Da fielen mir doch ein paar äußerst interessante Teile in die Hände, die zwar für die heutige digitale Fotografie absolut überholt sind (weil die damit erzielbaren Effekte leichter am PC realisiert werden können), aber für einen Teil meiner geliebten Polaroidkameras sinnvoll nutzbar sein könnten.

Für meine Spiegelreflexkamera “Minolta XD7″ hatte ich mir seinerzeit das “Cokin Creative Filter System” (in der Größe A) gekauft. Dazu die Filterscheibe “Sepia” (Nr. 005) (für die Tönung von Farbfilmen in Sepiaton), das Sortiment “Pre-shaped Frames” (Nr. 397) (mit Formmasken in den Formen Kreis, Ellipse, Herz, “Schlüsselloch” und “Fernglas”) und den Vorsatz “Double Exposure” (Nr. 346) (für die Doppelbelichtung von Aufnahmen).

Ein passender Adapter für das Filtergewinde war online schnell gefunden und auch ebenso schnell bestellt. Und so war das System auch einen Tag später schon einsatzbereit.

Für meine erste Aufnahme mit dem Cokin Filtersystem entschied ich mich für den Vorsatz “Double Exposure”.

So sah dann das Setup der Kamera aus:

Als Kamera kam die Polaroid 180 zum Einsatz, als Film der Fujifilm FP-100C (Glossy).

Natürlich befindet sich die Kamera auf einem Stativ, da ja die gleiche Aufnahme zweimal belichtet werden sollte und Bewegungen zwischen den Aufnahmen vermieden werden müssen.

Da ich nicht nur das Motiv war, sondern auch der Fotograf, nutzte ich für die Auslösung der Aufnahmen einen mechanischen Timer vom Typ “Polaroid Self-Timer #192″ (zu sehen im Bild oben links, auf der Kamera). Ja, ich weiß, die Kamera hat einen integrierten Self-Timer, aber ich wollte den aufgesetzten Self-Timer #192 unbedingt ausprobieren – weil er doch so cool ist. ;-)

Auf das Objektiv aufgesetzt ist das Filter-System von Cokin mit dem eingesetzten Vorsatz “Double Exposure”. In dieser Anordnung ist die rechte Seite der Aufnahme abgedeckt und die linke Seite kann belichtet werden. Für die zweite Aufnahme dreht man das gesamte System einfach um 180 Grad. So wird die Aufnahme vertikal in zwei gleiche Teile geteilt.
Natürlich ließe sich die Aufnahme auch horizontal oder diagonal teilen.

Nun, wer die Polaroidaufnahme genau ansieht, der erkennt natürlich die Geisterbilder in der Bildmitte. Das bedeutet, dass die Trennung der Aufnahme mit dem Vorsatz “Double Exposure” an dieser Kamera nur bedingt funktioniert. Die Geisterbilder verschwinden zwar zu den Rändern hin an der rechten und linken Seite, aber in der Mitte ist doch ein recht großer Bereich, in dem die Geisterbilder deutlich zu erkennen sind. Ca. 50 % der Bildbreite werden in der Mitte doppelt belichtet, sodass eben solche Geisterbilder entstehen. Nur je ca. 25 % der Bildfläche werden auf der rechten und linken Seite gut von dem Vorsatz abgeschattet.

Auch wenn der Effekt nicht perfekt funktioniert, so stellt das System für meine alten Polaroidkameras doch eine charmante Bereicherung dar.

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